Einen Hund aus dem Tierheim adoptieren – so geht’s

Einen Hund aus dem Tierheim adoptieren – so geht’s

Wenn Sie einem Hund aus dem Tierheim ein Zuhause geben wollen, dann benötigt das einige Zeit an Vorbereitung. Zunächst einmal steht da die Entscheidung, ob es ein Hund aus einem Tierheim in Deutschland sein soll, oder aus dem Auslandstierschutz? Zudem sollten Sie sich darüber im klaren sein, dass die Tierschützer (egal ob heimisches Tierheim oder Auslandstierschutz), eine Vorabkontrolle bei Ihnen zuhause durchführen, um zu schauen, wie der Hund später wohnt. Manche Tierheime behalten sich zudem das Recht vor, den Hund wieder abzuholen, wenn es Probleme gibt.

Tiere mit Vorgeschichte

Über eines sollten Sie sich im Klaren sein, wenn Sie einen Hund aus dem Tierheim adoptieren: Sie bekommen einen Vierbeiner mit einer Vorgeschichte. Manche Tierheime kennen die Geschichte des Hundes, manche nicht.

Bei Hunden aus dem Auslandstierschutz kommt noch hinzu, dass viele dieser Hunde keine geschlossenen Wohnungen kennen. Gerade Tiere, die aus Spanien, Italien oder Griechenland kommen, wurden vorher oft als Jagdhunde genutzt und häufig in Zwingern gehalten. Deshalb kann es durchaus sein, dass Pipi oder Häufchen, zumindest am Anfang, in der Wohnung erledigt werden, weil der Hund es nicht anders kennt. Doch mit viel Liebe und Geduld (und der einen oder anderen Stunde in der Hundeschule) können Sie Ihrem Vierbeiner solche Unarten abgewöhnen. Das funktioniert, wirklich!

Adoption aus dem Tierheim und dem Auslandstierschutz – der Ablauf

Sie haben sich dazu entschlossen, einen Hund aus dem Tierheim oder dem Auslandstierschutz zu adoptieren. Eine wirklich tolle Entscheidung! Denn, wie oben schon erwähnt, bekommen Sie einen Hund mit Vorgeschichte, der in manchen Fällen eine wirkliche Herausforderung sein kann. Zunächst einmal sollten Sie folgende Fragen klären:

  • Soll es ein älterer oder ein jüngerer Hund oder ein Welpe sein?

(Gerade ältere Hunde haben oft nicht die Idealchancen vermittelt zu werden, sind aber genauso tolle Gefährten wie ein Welpe)

  • Rassehund und Promenadenmischung?
  • Habe ich und/oder meine Familie genug Zeit für das neue Familienmitglied? (diese Frage werden Sie im Tierheim und vom Tierschutz auch gestellt bekommen)
  • Sind Kinder im Haushalt? (Manche Hunde möchten lieber in einem ruhigen Haushalt leben)
  • Gibt es andere Tiere im Haushalt?
  • Bin ich mir im klaren, dass ein Hund Geld kostet (Futterkosten, Tierarztkosten, Hundesteuer etc)?

Dann geht es auf die Suche. Viele Tierheime haben inzwischen eine Homepage, auf der sie Ihre Schützlinge vorstellen. Das gleiche gilt für die verschiedenen Auslandstierschutzorganisationen. Ist der Traumhund gefunden sollten Sie vorab beim Tierheim anrufen und einen Termin vereinbaren, damit Sie den Hund kennen lernen können und der Hund Sie. Außerdem erfolgt bei dem Besuch ein ausführliches Erstgespräch mit dem Mitarbeiter des Tierheims, der den Vierbeiner betreut. Dort erfahren Sie auch mehr über den Hund, seinen Charakter, sein Verhalten usw. und das Tierheim erfährt etwas über Sie als potentiellen Adoptanten.

Dann dürfen Sie in der Regel mit Ihrem potentiellen neuen Vierbeiner Gassi gehen, damit man schauen kann, ob die Chemie stimmt. Diese Gassibesuche werden öfter wiederholt; wie oft ist immer vom Tierheim abhängig. Denn anders als beim Züchter, wo man in der Regel den Welpen sofort mitnehmen kann, ist bei einem Hund aus dem Tierheim Geduld erforderlich.

Wenn die Chemie stimmt, und auch sonst alle Voraussetzungen gegeben sind, geht es an die Vorkontrolle. Ist diese dann gut gelaufen, können Sie Ihren neuen Freund (endlich!) abholen. In der Regel wird dann noch eine Schutzgebühr fällig, die sich aber in Grenzen hält.

Hund aus dem Tierheim
Hund aus dem Tierheim | Foto: pixabay.com

Wenn Sie sich für einen Hund aus dem Auslandstierschutz interessieren, ist der Ablauf ähnlich wie bei einem Tierheimhund.

Befindet sich der Hund auf einer Pflegestelle in Deutschland kann er dort selbstverständlich besucht werden. Auch in diesem Fall können Sie gleich „abchecken“ ob das Verhältnis zwischen Ihnen und dem Hund stimmt. Zudem kann Ihnen die Pflegestelle auch sehr viel über den Charakter des Hundes erzählen, da er sozusagen mitten in der Familie lebt. Passt alles, folgt der nächste Schritt: Der Vorkontrolle. Mitarbeiter des Tierschutzvereins kommen zu Ihnen nachhause und überprüfen, ob alle Gegebenheiten wirklich so sind, wie von Ihnen angegeben. Deswegen verlangen auch die meisten Organisationen, dass Sie vorab ein Formular ausfüllen, auf dem Sie relativ detaillierte Angaben machen müssen.

Ist dann alles in Ordnung, kann der Hund bei Ihnen einziehen.

Befindet sich der Hund noch im Ausland, wird die Organisation versuchen, ihn so schnell wie möglich nach Deutschland zu bringen. Die Vorkontrolle findet dann vor der Einreise des Hundes statt. Ist Ihr Vierbeiner dann am Zielflughafen angekommen, können Sie Ihn entweder gleich dort in Empfang nehmen oder an einem vorher vereinbarten Ort. Auch hier wird übrigens eine Schutzgebühr fällig, und in manchen Fällen muss ein Teil der Transportkosten übernommen werden.

Gelegentlich führen sowohl Tierheime als auch Auslandstierschutzorganisationen stichprobenartige Nachkontrollen durch, um zu sehen, dass es den Hunden auch gut geht.

Übrigens: Sowohl das Tierheim als auch die Tierschutzorganisationen stehen Ihnen auch nach der erfolgreichen Adoption des Hundes mit Rat und Tat zur Seite, wenn es einmal Probleme geben sollte.


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